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1. Fallbeispiel 


Diese Rennpferdstute wurde Ende 2011 wegen Leistungsabfall und Lahmheitsproblemen aus dem Rennsport genommen. Eigentlich war nur eine kurze Pause geplant, doch die gesundheitlichen Probleme waren schwerwiegender als gedacht, sodass sie die gesamte Saison 2012 aussetzen musste.

Die Rehabilitation erforderte zahlreiche Maßnahmen wie rehabilitative Hufbearbeitung, Futterumstellung, Ergänzungen und tierärztliche Untersuchungen, mit einigen Rückschlägen.

Nach rund anderthalb Jahren war sie wieder lahmfrei, stabil und bereit für das Training zur Rennsaison 2013.

Beachten Sie den Winkel des neuen Wachstums am oberen Teil des Hufs. Die grüne Linie folgt diesem neuen Wachstum und zeigt, wo die Hufwand sein sollte (gut mit dem Hufbein - rosa Linien - verbunden). Die rote Linie an der Zehe folgt dem alten Wachstum mit der Ablösung. (Achten Sie darauf, wie der Rand unten zwischen roter Linie und Hufwand abgeschliffen wurde, um die Zehe zurückzubringen, wo sie sein sollte. Dies löst jedoch nicht das zugrunde liegende Problem.)

Die entsprechenden Trachtenlinien sind ebenfalls eingezeichnet; die Hufwandablösung an der Zehe zieht die Trachten nach vorne/unten, weil die Größe der Hufkapsel beim Nachwachsen zum größten Teil gleich bleibt. Die grünen Linien zusammen zeigen den Huf, den wir wachsen lassen möchten.

Die Sohle an der Zehe ist zu dünn und muss sich zu einer dicken, verhornten Sohle entwickeln, während die Wand mit dem Hufbein gut verbunden wachsen muss, sodass Zehe (bzw. der Abrollpunk) und Trachten wieder in die richtige Position kommen.

Der weiße Huf dahinter zeigt dasselbe Muster. 
Achten Sie außerdem auf die Schwellung im Fesselgelenk.

Derselbe Huf dreieinhalb Monate später. Beachten Sie die deutliche Linie rund um die gesamte Hufwand, die den Unterschied im Winkel zwischen dem alten und dem neuen Wachstum zeigt. Wie auf dem vorherigen Foto zeigt die grüne Linie das neue, gut verbundene Wachstum, während die rote Linie das alte Wachstum darstellt, das vom Hufbein gelöst ist. 

Beachten Sie das exakt gleiche Muster an den Trachten. Die gesamte alte Hufkapsel wurde durch die Hufwandablösung an der Zehe nach vorne gezogen. 

Röntgenaufnahme des Hufbeins. Beachten Sie die durch das alte Wachstum entstandene Zehenlänge vor dem Hufbein, die wir auf dem vorherigen Foto von außen sehen konnten. Es handelt sich vollständig um Ablösung der Hufwand und bringt den Abrollpunk viel zu weit nach vorne.

Die Vorderhufe wurden zu diesem Zeitpunkt geröntgt, da der Verdacht bestand, dass im Inneren dieses Hufes etwas vor sich ging, das uns zunächst nicht bewusst war. Diese Röntgenaufnahme bestätigt dies, indessen sie eine Hufbein-Ostitis zeigt. (Der rote Kreis markiert die Stelle der Veränderungen in der Knochenstruktur. Vergleichen Sie dies mit der anderen Seite, wo der Knochenrand eine rundere Form hat.)

Dies wurde höchstwahrscheinlich durch wiederholte Erschütterungen auf der sehr dünnen Sohle verursacht, die das Hufbein während Training und Rennen nicht ausreichend schützen konnte. Die Veränderungen der Knochenstruktur sind irreversibel, jedoch ist es möglich, den Zustand zu stabilisieren, weitere Veränderungen zu verhindern und einen funktionell gesunden Huf zu erreichen. 

Derselbe Huf zwei Monate später (fast sechs Monate seit dem ersten Foto). Man erkennt den besseren Winkel des neuen Wachstums entlang der gesamten Hufwand, sowie, dass die Trachten wieder in eine natürlichere Position zurückgebracht wurden.

Beachten Sie außerdem den noch steileren Winkel ganz oben am Kronrand. Dies ist der zweite Wachstumszyklus seit Beginn der Rehabilitation und wird der korrekte Winkel für diesen Huf sein. Es sind weiterhin Wellen in der Hufwand sichtbar, die auf eine Stoffwechselstörung hinweisen. Dies ist ein sehr ernstes Problem und muss unbedingt behandelt werden. Häufig wird es durch eine Kohlenhydrat-Überversorgung verursacht (ein Hauptfaktor bei Hufrehe), in diesem Fall jedoch durch Schilddrüsenprobleme, die etwa zu dem Zeitpunkt diagnostiziert wurden, als dieses Bild aufgenommen wurde und die inzwischen behandelt werden.

Achten Sie außerdem auf die deutlich reduzierte Schwellung im Fesselgelenk, im Vergleich zum ersten Bild von sechs Monaten zuvor. Es ist wahrscheinlich, dass die fehlerhafte Nutzung des Hufes (Zehenspitzenlandung) zur Schwellung beigetragen hat, da die Aufprallenergie beim Auftreten auf den Boden bis in die Gelenke weitergeleitet wurde, weil der hintere Teil des Hufes seine energieabsorbierende Funktion nicht erfüllen konnte. Zudem belastet eine Zehenspitzenlandung die Sehnen und Bänder im Bereich des Fesselgelenks.

Darüber hinaus ist das Skelettsystem der unteren Gliedmaße darauf ausgelegt, bei maximaler Belastung beim Auffußen optimal ausgerichtet zu sein, um größtmögliche Stabilität zu gewährleisten. Wenn der Huf jedoch zuerst mit der Zehe aufsetzt, geraten die Knochen in eine Fehlstellung, was ebenfalls zu Problemen in den Gelenken beitragen kann.

Derselbe Huf wie oben.

Beachten Sie die schmalen Trachten ohne eine stabile Auftrittsfläche. Bereits anhand dieses Bildes, auch ohne das Pferd in Bewegung zu sehen, lässt sich erkennen, dass es mit der Zehe zuerst auffußt. Dies zeigt sich an der deutlichen Abnutzung im Zehenbereich und der fehlenden Abnutzung an den Trachten.

Bei der Palpation waren die Seitenknorpel stark unterentwickelt und bereits bei leichtem Daumendruck schmerzempfindlich (man bedenke den Druck durch ihr Körpergewicht beim Auftreten!).

Derselbe Huf sechs Monate später. Der Strahl benötigt noch weitere Entwicklung, nachdem zuvor Strahlfäule aufgetreten war, die inzwischen erfolgreich behandelt wurde. Die Ergänzung individuell angepasster Mineralien führte zu einer deutlichen Verbesserung bei der Behandlung der Strahlfäule. 

Beachten Sie, wie sich der hintere Teil des Hufes deutlich entwickelt hat. Die Trachten verfügen nun über eine stabile Auftrittsfläche und sind nicht mehr zusammengedrückt. Der hintere Bereich ist jetzt der breiteste Teil des Hufes, während zuvor aufgrund der Wandablösung an der Zehe sowie wegen der schwachen, wenig genutzten Trachten, Eckstreben, Seitenknorpeln und des Strahls die Zehe am breitesten war. 

Bei der Palpation sind die Seitenknorpel inzwischen deutlich kräftiger, und es zeigt sich keine Schmerzreaktion mehr. Auch die Sohle entwickelt sich gut und weist bereits eine erkennbare Konkavität (Wölbung) auf. 

2. Fallbeispiel 

Leider kann ich einen vollständig rehabilitierten Huf nicht zeigen, da das Pferd verkauft wurde und anschließend die Region verlassen hat.

Dennoch zeigen die beiden Fotos eindrucksvoll, wie stark sich die Fütterung auf die Hufgesundheit auswirkt.

Wellen in der Hufwand wie diese sollten sofort die Alarmglocken läuten lassen. Sie sind ein Hinweis auf eine Stoffwechselstörung, die in der Regel durch eine Kohlenhydrat-Überversorgung im Futter verursacht wird und häufig mit Hufrehe zusammenhängt oder ihr vorausgeht.

Beachten Sie außerdem, wie die Hufwand im Zehenbereich stark heruntergeraspelt wurde, um die Wandablösung zu kaschieren.


 

Derselbe Huf acht Monate später. Die einzigen vorgenommenen Veränderungen (außer meiner Übernahme der Hufbearbeitung) bestanden darin, Getreide komplett aus der Fütterung zu streichen und durch ein Kupfer- und Zinkpräparat zu ergänzen. 

Am unteren Zehenbereich ist noch eine leichte Wandablösung vorhanden, die herauswachsen muss. Die glatte, neue Hufwand ohne Wellen zeigt jedoch deutlich, dass der Stoffwechsel bzw. die Fütterung nun im Gleichgewicht ist. 

Ohne eine Anpassung der Fütterung hätten sich die Hufe dieses Pferdes, unabhängig von der Bearbeitung, nicht verbessern können. 

3. Fallbeispiel

 

Vollblut-Zuchtstute mit schwerer, chronischer Hufrehe. Leider hatten Tierärzte und Schmiede, die zuvor mit ihr arbeiteten, bereits aufgegeben, und ich wurde als letzter Rettungsversuch hinzugezogen. 

Eine vollständige Rehabilitation wird aufgrund der Knochenveränderungen, die weiterhin Hufgeschwüre verursachen, nie möglich sein. Dennoch ist sie nun weidegerecht lahmfrei, zufrieden und genießt ihren wohlverdienten Ruhestand. 

Starke Wandablösung (Rehe) und dementsprechende Wandrisse, weil die Hufkapsel selber sich nicht vergrößert.
Beachten Sie, wie im oberen Bereich der Hufwand ein deutlich engerer, kompakterer Neuwuchs vom Kronrand nach unten wächst und sich weiter unten stark nach außen wölbt, sobald sich die Hufwand vom Hufbein löst. Dadurch werden die Lamellen (eine reißverschlussartige Struktur, die Hufwand und Hufbein miteinander verbindet) überdehnt, was erhebliche Schmerzen verursacht.
Die Lamellen sind in ihrer Funktion vergleichbar mit der Struktur, die unseren Fingernagel am Finger hält. Stellen Sie sich vor, man würde Ihren Fingernagel langsam vom Finger wegziehen und das Gewebe darunter so lange dehnen, bis es sich löst… schmerzhaft!


Derselbe Huf sechs Monate später, nach regelmäßiger rehabilitativer Hufbearbeitung, Futterumstellung sowie dem Einsatz verschiedener Hufschutzmaßnahmen (Hufschuhe, Polster, Verbände usw.). 
Dieser Huf ist noch weit von einem gesunden Zustand entfernt und hat weiterhin einen langen Weg vor sich. Dennoch stellt er im Vergleich zu sechs Monaten zuvor eine deutliche Verbesserung dar. Am wichtigsten ist, dass Röntgenaufnahmen gezeigt haben, dass das Hufbein nicht mehr rotiert ist (siehe nächstes Foto). 
Für den Weidegang trägt sie weiterhin Hufschuhe und läuft damit zufrieden und lahmfrei. Ohne Hufschutz bewegt sie sich aufgrund der Umstrukturierung des Hufbeins noch sehr fühlig. 
Beachten Sie die nun deutlich engere Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein ohne die starke Auswölbung. Diese Verbesserung ist von oben nach unten gesund nachgewachsen und nicht lediglich heruntergeraspelt worden. 

Röntgenaufnahme desselben Hufes mit korrigiertem Hufbeinwinkel sowie einer schön ausgeprägten, dicken Sohle nach vier Monaten rehabilitativer Hufbearbeitung.

Beachten Sie die sogenannte „Skitip“-Veränderung an der Vorderseite des Hufbeins und wie sich dieser Bereich bereits wie ein Knochenfragment vom restlichen Knochen abzulösen scheint. Direkt darunter ist in der Sohle ein Geschwür erkennbar.

Aufgrund dieses abgesplitterten Knochenanteils ist leider davon auszugehen, dass subsolare Geschwüre in diesem Huf weiterhin häufiger auftreten werden und jeweils Schmerzen verursachen können.

4. Fallbeispiel  


Miniaturpferd mit chronischer Hufrehe, Hufdeformation und sogenanntem „LFS“ (Lack of Farrier Syndrome – fehlende bzw. unzureichende Hufbearbeitung).

Beim ersten Termin befand sich diese Stute in einer akuten Rehephase und war hochgradig lahm. Sie konnte sich nicht fortbewegen. Sechs Monate später galoppierte sie wieder zu 100% lahmfrei über ihre Koppel und stellte allerlei Unsinn an.

Leider konnte ich die Rehabilitation dieser Stute auch nicht vollständig abschließen, da ich weit weggezogen bin. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren die Hufe noch deutlich von einem gesunden Zustand entfernt. Dennoch habe ich diese Bilder als Fallstudie aufgenommen, da sie zeigen, was innerhalb von nur sechs Monaten durch rehabilitative Hufbearbeitung und eine angepasste Fütterung erreicht ist.

Fallbeispiel Esel

Starke Pilzinfektion am Strahl, an der Weißen Linie und an der Hufwand. Die Hufkapsel ist verformt und die laterale Trachte untergeschoben, was die Stabilität des Hufs und das gesunde Abrollen beeinträchtigt. 

Vor der ersten Bearbeitung.

Sieben Monate später.

Vor der ersten Bearbeitung. 

Sieben Monate später.

Vor der ersten Bearbeitung. 

Sechs Monate später. Die Pilzinfektion ist in der Weißen Linie noch zu sehen und wird allerdings noch behandelt. Trotzdem ist die Entwicklung des Hufes und insbesondere des Strahls, der bei einem Eselhuf noch ausgeprägter sein sollte als bei einem Pferdehuf, deutlich zu sehen.

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